Projekte der Teilnehmenden

An dieser Stelle stellen sich in der folgenden Zeit die 14 Teilnehmerprojekte des Jugendkongresses Biodiversität 2017 vor. Die Projekte formulieren hier ihre Ideen und Ziele zu Beginn der Projektlaufzeit. Über den Blog dieser Webseite wird der Projektverlauf von den Beteiligten im Laufe der folgenden zwölf Monate aktualisiert. Für den formulierten Inhalt sind die jeweiligen Projekte verantwortlich.

9.) Umweltbildung durch Comics

Die Idee meines Projektes ist es, eine Sammlung an Kurzcomics von verschiedenen ZeichnerInnen und IdeengeberInnen zu erstellen. Die Comics werden kostenlos im Internet lesbar sein und in Druck gegeben und dann als Broschüre veröffentlicht.

Die verschiedenen Comics sollen dabei Themen wie Artenvielfalt, Klimawandel, Nachhaltigkeit, etc. beinhalten und diese Themen dann möglichst einfach und gut verständlich erläutern. Mein Ziel ist es, dass besonders Kindern, die ja meistens sowieso gerne Comics lesen, die verschiedenen Umweltthemen nähergebracht werden. Umweltbildung in Schulen ist ja meistens eher Mangelware und wenn vorhanden, dann ist es meistens ein sehr trockenes und frustrierendes Thema für alle Beteiligten. Warum kann man daran nicht mal etwas ändern?

Die Comics an sich können dabei eigentlich alles sein. Zeichenstil, Länge, Details, „Genre“ –  erst einmal völlig egal. Für die Zielgruppe hatte ich jedoch gedacht, dass man sich aber hauptsächlich auf Kinder konzentriert, da man in diesem Alter besonders aufnahmefähig für neue, noch nicht vertraute Themen ist. Außerdem lesen viele Kinder ohnehin sehr gerne Comics, könnten daher auch besonders interessiert daran sein. Da ich aber selbst auch einige Ideen für etwas ernstere Comics mit einer Art Dystopie-Setting habe, könnten auch einige Geschichten für ein erwachseneres Publikum dabei sein. Mein eigener Traum ist es außerdem, dass vielleicht ein Teil der Comics auch als Umweltbildung für Menschen mit Migrationshintergrund geeignet sind, da zum Beispiel das Wissen über den Klimawandel einen wichtigen Teil bei der Teilnahme an der (in diesem Fall) deutschen Gesellschaft darstellt.

10.) Naturgärten in der Praxis

Nun ist es soweit: Die Studierendeninitiative “Bunte Wiese Tübingen” hat ihr Projekt im Frühling 2018 gestartet und nun bis zum 31. Juli 2018 einen Fotowettbewerb für Gartenbesitzer ausgeschrieben! Weitere Informationen zur Teilnahme unter https://www.buntewiese-tuebingen.de/informationen/f%C3%BCr-gartenbesitzer/

Hintergrundinformationen zum Projekt: In den letzten Jahren ist die Zahl der Pflanzen- und Tierarten in Deutschland deutlich zurückgegangen. Jede dritte Art ist gefährdet. Hauptgrund hierfür ist das Verschwinden ihrer Lebensräume. Um das Artensterben zu verhindern, werden in Deutschland seit vielen Jahren immer mehr Schutzgebiete und Reservate eingerichtet. Auch die Initiative „Bunte Wiese Tübingen“ hat sich zum Ziel gesetzt etwas gegen den Rückgang der Artenvielfalt zu unternehmen. Seit einigen Jahren setzen wir uns für ein extensives Mahdkonzept auf den öffentlichen Grünflächen in Tübingen ein. Im Fokus hierbei stehen selten genutzte Grünflächen im Stadtgebiet Tübingens. Viele dieser Flächen werden in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Tübingen und dem Amt für Vermögen und Bau des Landes Baden-Württemberg inzwischen nur noch ein bis maximal zweimal im Jahr gemäht. So erhalten einerseits Pflanzen die Möglichkeit zur Blüte und somit zur Samenreife zu gelangen, andererseits werden Tieren eine Nahrungsgrundlage und ein Rückzugsort geboten. Die Bunten Wiesen leisten so einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Jedoch gibt es auch viele Privatpersonen, die Gefallen an den optisch ansprechenden Bunten Wiesen gefunden haben und diese den langweilig grünen, artenarmen Rasenflächen vorziehen. Viele Bewohner Tübingens versuchen daher, ihre Gärten naturnah zu gestalten und legen ebenfalls Bunte Wiesen an. Diese Bemühungen möchten wir unterstützen, da die vielen kleinen und großen Gartenflächen in Tübingen ein enormes Potenzial aufweisen, das mit öffentlichen Modellwiesen begonnene Konzept auszuweiten.

Oftmals werden Gärten zu sehr gehegt und gepflegt, der Rasen zu sehr getrimmt und zu viele exotische Pflanzen angepflanzt, um ein geeigneter Lebensraum für unsere heimischen Tiere und Pflanzen zu sein. Heutzutage geht der Trend Richtung Englischem Rasen und Gabionenzäunen - beides öde, unbrauchbare Lebensräume. Wir möchten diesem Trend entgegenwirken und für Gartenbesitzer einen Wettbewerb veranstalten, bei dem private, naturnahe Gärten mit Bunten Wiesen ausgezeichnet werden. Denn diese Gärten bieten vielen Insekten, Igeln, Amseln und Co. ein Zuhause und Nahrung. So leisten sie, selbst wenn sie mitten in der Stadt liegen, einen erheblichen Beitrag zum Artenschutz. Zusätzlich dazu stellen wildromantische, naturnahe Ecken im Garten auch eine Bereicherung für den Gartenbesitzer dar. Denn wer beobachtet nicht gerne Schmetterlinge oder ein Rotkehlchen im eigenen Garten oder hört an lauen Sommerabenden Grillen zirpen?